Zum Tag des Hundes – Hunde-Helden!

  Vivian sucht noch ihre Menschen, die mit ihr durch dick und dünn gehen!
 
Zum Tag des Hundes, der heute ist, möchte ich wahre Hunde-Helden vorstellen! Eine davon ist die Galga Vivian, die noch ihr eigenes Zuhause sucht. Die andere ist eine kleine Galga aus Spanien, deren berührende Geschichte ich vorweg erzählen möchte.
 
   In diesen Brunnen saß die kleine Galga und klammerte sich an einen leeren Kanister
 
In Cora fand man eine Galga in einen Brunnen von mehr als 15 m Tiefe, die dort entsorgt und ihrem Schicksal überlassen worden war. Diese Art der Tierentsorgung ist in Spanien verboten, davon mal abgesehen, dass ich mich jedesmal wundere, warum die Spanier das tun, denn ein Brunnen in einem wasserarmen Land gehört ja irgendjemanden und wer will schon sein Wasser mit einem Kadaver verunreinigt haben. Wenn der Besitzer eines solchen entsorgten Tieres anhand des Chips, der ja in Spanien inzwischen auch Pflicht ist, gefunden wird, dann hat er mit einer empfindlichen Geldstrafe zu rechnen.
Aber kehren wir zurück zur Galga. Wie lange sie in diesen Brunnen saß ist nicht bekannt. Irgendjemand, der dort vorbei ging hörte ihr Bellen und Weinen und informierte die  Feuerwehr (Bomberos de Alcalá de Guadeira). Als diese dort ankam, sahen sie, dass die Galga sich mit den Vorderpfoten an einen Plastikkanister klammerte und damit über Wasser hielt.
 
  Die Hündin ließ das Seil nicht mehr los und ließ sich so von den Feuerwehrmännern nach oben ziehen. Auch den Kanister, der sie im Brunnen gerettet hatte,  hatte sie mit den Pfoten umklammert und nach oben mitgenommen.
 
Die Feuerwehrleute warfen ein Seil in den Brunnen, um einen Anhaltspunkt zu bekommen, wie tief er war, und als sie begannen es wieder heraufzuziehen, stellten sie fest, dass es schwer war... sie zogen weiter und sahen, dass die Hündin am Seil hing; sie hatte sich fest darin verbissen... sie ließ es nicht einmal los, als sie festen Boden unter den Füßen hatte.
 
  Sie wollte das Seil garnicht mehr loslassen!
 
Sie hatte sie sich selbstständig aus dem Brunnen befreit!  Sie ließ sich durch das Seil aus ihrer schlimmen Lage ziehen und hielt selbst den Kanister, der ihr als Auftriebskörper dort unten gedient hatte, mit den Pfoten umklammert. Die Feuerwehrleute brauchten ihretwegen nicht hinunterzusteigen, ihr Überlebenswille hatte sie veranlasst, sich an diesem Seil festzuklammern, das sie befreite. Die Krallen an ihren Vorderpfoten waren abgebrochen und ihre Füße waren blutig geworden bei ihrem Versuch, aus diesem ausweglosen Brunnen herauszukommen. Aber das Seil war ihre Rettung gewesen. Was für eine kluge Strategin!!! Lange Zeit hat man Hunden kognitive Fähigkeiten abgesprochen und eine reine Konditionierung – es erfolgt ein Reiz, daraufhin folgt die Reaktion -  für ihre Lernfähigkeiten angenommen. Inzwischen ist man glücklicherweise schon weiter in der Forschung und gewinnt in Bezug auf Lernpsychologie und Intelligenz des Hundes immer neue Erkenntnisse. Ein Hund macht diese Denkleistung und erkennt, dass das von Menschen geworfenen Seil zur Rettung ergriffen werden muss. Ein anderer Hund bleibt hingegen bewegungslos und weiß mit dem Seil nichts anzufangen. Doch gerade bei Jagdhunden, die auf der Jagd eigenständig Entscheidungen treffen müssen, stelle ich immer wieder fest, dass sie bei Herausforderungen regelrecht verschiedene Lösungsmöglichkeiten durchspielen, bis sie sich für eine Möglichkeit entscheiden.
 
   Erschöpft und mit einem zufriedenen Lächeln legte sie sich auf das Seil
 
Nun bin ich wieder abgeschweift, die Galga aus dem Brunnen war nun glücklich gerettet. Und sank, wie ich finde mit einem seligen und zufriedenen Lächeln vor Erschöpfung auf das Seil. Sie hatte es geschafft und dass mit ihrem Ehrgeiz und der logischen Folgerung sich an das rettende Seil zu hängen. Und sie wusste auch, wenn sie ihre Rettung zu verdanken hatte, denn sie hörte nicht auf die Feuerwehrleute aus Dankbarkeit abzulecken.
 
    Gerettet und dann in der Perrera gelandet!
 
Diese brachten sie zur Feuerwache und informierten die Verwaltung, die dann den örtlichen Tierfängerdienst vorbeischickten, der die kleine Heldin in die zuständige Perrera brachte. Gerettet und dann wieder vom Tod bedroht! Glücklicherweise wurde auch eine freiwillige Mitarbeiterin der Tierschutzorganisation ARCA-Sevilla über die tapfere Galga aus dem Brunnen informiert. Sie holten sie aus der Tötung ab und die kluge und mutige Galga fand aufgrund ihrer berührenden Geschichte ganz schnell ein eigenes Zuhause. Ein Happy End für eine Heldin!!!
 
  Glücklicherweise hat die Heldin nun Menschen gefunden, die ihr ein Zuhause geben!
 
Ich möchte den Tag des Hundes nutzten, um für eine andere Heldin, die schwarz-weiße Galga Vivian zu werben, die noch ein Zuhause sucht. 
Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Fan der schwarz-weißen Galgos bin. Gerade die schwarz-weißen Galgos machen mir den Eindruck, dass sie besonders interessiert an Denkspielen sind und eine enge Zusammenarbeit mit dem Menschen von sich aus anstreben. Über die Bedeutung der Farbe für bestimmte Fähigkeiten des Hundes ist noch nicht viel geforscht worden. In früheren Zeiten hingegen, haben Züchter von Arbeitshunden sehr oft geäußert, warum sie eine bestimmte Farbe bevorzugen. Bei Jägern wurde früher die Farbe „black and tan“ mit guten Jagdeigenschaften verbunden. Auch manche Galgueros bevorzugen bestimmte Farbschläge und erklären das mit gewünschten Eigenschaften beim Hund.
 
  Vivian ist eine schwarz-weiße Schönheit von 6 Jahren, die das passende Zuhause bei Menschen sucht, die einen strategisch intelligenten Hund schätzen und fördern!
 
Die Farbe Schwarz-Weiß kann man in Gemälden oft bei Haushunden feststellen. Die Dominikaner haben sogar die Hunde (Domini Canis), die im Auftrag Gottes gegen die Wölfe (die Heiden) kämpften mit schwarz-weißen Fell dargestellt, wie ihre eigene Mönchstracht. Schwarz-weiße Hunde scheinen auf der einen Seite eine enge Beziehung zu ihren Menschen aufzubauen und auf der anderen Seite ihre Familie zu beschützen und zu verteidigen. Vielleicht ist das der Grund, dass auf Gemälden vor allem die Hunde der Bauern häufig mit schwarz-weißen Fell dargestellt sind.
 
   Vivian ist eine sehr anhängliche Hündin, die sich dem Menschen gerne anschließt, aber die Gefolgschaft muss man sich bei einem strategischen, gewieften Hund intelligent erarbeiten!
 
In der  Fuchszucht konnte eine interessantes Erfahrung gemacht werden. Man versuchte auf den Pelzfarmen Tiere zu züchten, die dem Menschen gegenüber wenig scheu waren. Das würde den Umgang mit den Tieren erleichtern. Man verpaarte diese zutraulichen Vertreter und ziemlich schnell erschienen statt den wildfarbenen, schwarz-weiße Füchse im Nachwuchs. Vielleicht sind die Gene für Zutraulichkeit und Kooperation mit dem Menschen in irgendeiner Weise mit den Farbgenen für das schwarz-weiße Fell verbunden.  Mein schwarz-weißer Goya ist ebenfalls ein Galgo, der ganz eng mit den Menschen leben und vor allem arbeiten will. Reines Spazierengehen langweilen ihn, Joggen, das mein Chocolino liebt, findet er völlig überflüssig. Aber Strategiespiele, Frauchen auf die Probe stellen und meine Kulturwanderungen und Reisen, die liebt er, weil er immer vor neuen Aufgaben und Erfahrungen steht.
 
             
"Leute, so geht das nicht! Wenn ihr wollt, dass Frauchen wieder aus dem Schuhbeck rauskommt, dann müsst ihr euch direkt vor den Eingang auf dem Teppich platzieren!" Goya mit Reisekumpel auf Kulturreise.
 
Vivian ist ebenfalls eine sehr anhängliche Hündin, die aber von ihrem Halter Strategie und Intelligenz fordert. Stellt sich der Mensch als wenig interessant heraus, dann macht sich Vivian alleine auf den Weg in die interessante Welt. Sie läuft nicht davon, aber sie sucht sich dann aus dem Garten einen Weg und findet dabei immer neue Lösungen. Vivian ist eine kluge Strategin, wie die Galga aus dem Brunnen und hat somit 6 Jahre in Arbeit und in der Tötung überlebt. Bisher war ihr Aufgabenfeld das Jagen und dabei muss sie gut gewesen sein, sonst wäre sie viel früher entsorgt worden. Aber Vivian lechzt nach neuen Aufgaben. Sie will Neues lernen, überraschende Erfahrungen machen und das zusammen mit ihrem Menschen. Sie ist eine völlig unkomplizierte Hündin, die gegenüber ihrer Umwelt, sei es Tier oder Mensch, ohne Scheu und Ängste reagiert. Ich wünsche dieser tollen Hündin, dass sie endlich ihren Menschen findet,  mit dem sie in ihrer zweiten Lebenshälfte durch dick und dünn gehen kann! Mit dem sie dieses völlig neue Leben erkunden kann! Vivian die kleine Heldin des Alltags, die ihr bisheriges Leben so großartig gemeistert hat!
 
   Vivian wartet sehnsüchtig auf ihre Menschen!
 
Wenn Sie Interesse an unserer Heldin des Tages Vivian haben, dann wenden Sie sich bitte an:
Diana Jork (1.Vorsitzende)
 info@galgos-in-not.de
Tel: 06035 - 189 1975
 
Wer die Geschichte der kleine Galga aus dem Brunnen auf spanisch verfolgen möchte:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=3490367136878&set=a.3490366256856.140620.1202462420&type=1&theater#!/media/set/?set=a.3490366256856.140620.1202462420&type=1