Die Zecken-Saison beginnt wieder!

 So schlimm wie hier bei einem Hund in Spanien, sieht es bei uns nicht aus, aber es reicht schon eine Zecke, um eine Krankheit zu übertragen.
 
Nun ist es wieder so weit – die Zecken plagen uns und unsere Hunde! Die Frage ist – was tun?
Es gibt eine ganze Reihe von Tipps und Mitteln zur Abwehr von Zecken, ich möchte hier meine eigenen persönlichen Erfahrungen weitergeben.
Die Wichtigste gleich vorweg. Bringen Sie in Erfahrung, welche Zeckenarten sich in der Gegend, in der sie sich mit ihrem Hund aufhalten wollen, anzutreffen sind. Und welche Krankheiten diese Zecken in der Region übertragen.
Eine Möglichkeit dazu gibt die Seite Zeckenwetter.de
http://www.zeckenwetter.de/hunde-und-zecken/prognose/index.php
 
In Bezug auf Region und Temperatur gibt es dort die 7-Tage Zeckenprognose. Allerdings sehr vage. So steht in der Prognose bis zum 26.3.
„Tendenz bis zum 26.03.2013: Wir alle warten auf den Frühling, die Zecken vielleicht auch. Allerdings sind die Außentemperaturen für sie bis auf wenige mögliche Ausnahmen vor allem im Süden nicht dazu angetan, aktiv zu werden, die oberrheinische Tiefebene ausgenommen. Hier ist die Aktivität stellenweise noch gering.“
Im Süden von Bayern hatte wir allerdings die letzten Wochen immer wieder Temperaturen von 10°C und mehr! Da wachen so manche Zecken auf! Und so wundert es nicht, dass die ersten Berichte von überfallartigen Angriffen von Zecken in der Hundekommunity schon die Runde machen. Für mich persönliche ist die Seite von Parasitus Ex die Informationsseite!
http://www.parasitosen.de/Auwaldzecke.html
 
Dort kann man lesen:
„Die Auwaldzecke gehört zu den Buntzecken und fällt durch eine marmorierte Zeichnung auf dem Rückenschild aus. Diese Zeckenart ist bereits ab einer Außentemperatur von ca. 3°C aktiv, daher trifft man sie auch mitten im Winter. Besonders im März und April sowie im September und Oktober ist diese Zeckenart aktiv. Sehr häufig kommt diese Zeckenart in Frankreich, Nordspanien, Norditalien und Kroatien vor. In den letzten Jahren taucht sie jedoch auch massenhaft in der Schweiz und in Deutschland auf. Auch aus Belgien und den Niederlanden sind einige Fundorte bekannt.“
http://www.parasitosen.de/Dermacentor/Deutschland-10/2011.html
 
In Bayern wird diese Zeckenart immer häufiger angetroffen. Daher beginnt gerade bei dieser Zeckenart jetzt die Saison!!! Sie ist vor allem Überträger der Babesiose! Auf der Seite von Parasitus Ex werden auch alle Mittel vorgestellt, die gegen Zeckenabwehr eingesetzt werden können.
http://www.parasitosen.de/Babesiose-Uberblick.html
 
Ich schätze Dr. Naucke von Parasitus Ex sehr, denn meine Monja ist ein wahrer Zeckenmagnet und hat sich von Zecken sowohl Ricksettiose als auch schon Anaplasmose eingehandelt. Er hat die Symptome sofort richtig erkannt, dann im Blut analysiert und die passende Medikamentierung erstellt. Er ist ein Verfechter der Repellents und ich habe mit meinen Hunden auch alle schon ausgetestet.
Allerdings – all diese Präparate sind hochwirksame toxische Medikamente und bleiben nicht ohne Wirkung auch auf den Hund. Meine Hunde habe auf die Spot-on-Produkte immer Schuppen bekommen, gerötete Hautstellen, Juckreiz. In einigen Fällen waren meine Hunde für ein bis zwei Tage richtig down. Und dann hat doch die eine oder andere Zecke angebissen.
 
 Ein Bernsteinhalsband ist nicht nur nützlich,sondern auch schön!
 
Ich habe mich daher nach anderen Mitteln umgesehen und bin inzwischen ein Fan der Bernstein-Kette. Sie gibt keinen 100% Schutz, aber das geben die Repellent auch nicht. Der rohe Bernstein soll zum Einen durch die Bewegungsreibung das Fell leicht elektrostatisch aufladen, auf der Anderen Seite seinen harzigen Geruch an das Fell abgeben, dass die Zecken abschreckt. Daher funktionieren auch nur rohe Bernsteinbrocken und nicht geschliffene, deren Oberfläche durch die Hitze des Schliffs dann versiegelt ist. Was mich überzeugt hat, war eine Wanderung bei der Goya seine Bernsteinkette verloren hatte. Er ist eigentlich von meinen Hunden derjenige, der am wenigsten von Zecken angefallen wird. Nach dieser Wanderung krabbelten allerdings auf seinem Fell 3 Zecken herum, während an Monja und Choco, beide mit Bernsteinkette, keine Zecken waren. Nun tragen alle drei ihr Bernsteinhalsband das ganze Jahr.
Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass Choco und Monja trotz Bernstein in den letzten 2 Jahren 4 festgesaugte Zecken hatten. Das hatten sie aber auch mit dem Repellent, wenn die Zecken dann auch tot an ihnen festhingen. Ich bin daher dazu übergegangen vor Wanderungen durch Wald und Dickicht alle Hunde zusätzlich mit Kokos-Öl einzureiben. Auch dieses soll eine abwehrende Wirkung auf Zecken haben. Nach jeder Wanderung suche ich die Hunde nach krabbelnden Zecken ab, Monja mit ihrem wuscheligen Fell in dem die Zecken schnell verschwinden, wird dazu ausgekämmt. Mit dieser Methode komme ich ziemlich Zeckenfrei mit meinen Hunden durch das Jahr. Eine Zeckenzange ist immer auf den Wanderungen und Reisen dabei, damit die Zecke im Notfall so schnell als möglich entfernt werden kann. Denn je nach Erreger dauert es Sekunden bis Minuten bis er durch den Speichel der Zecke in den Hund übertragen wird. Je schneller die Zecke entfernt ist, desto besser!
 
 Gerade im Garten, wo sich Igel, Mäuse und Vögel tummeln, sind auch diverse Zeckenarten zuhause!
 
Der gefährlichste Ort ist inzwischen mein Garten! Denn Igelzecke und Holzbock und Co. tummeln sich inzwischen in Massen in den Städten und Gärten. Dazu Parasitus Ex:
„Der Holzbock (Ixodes ricinus), eine Schildzecke, ist ab einer Außentemperatur von ca. 10°C aktiv. Hier in Deutschland ist diese Zecke das ganze Jahr über, also auch an milden Wintertagen anzutreffen. Im Siebengebirge in Nordrhein-Westfalen sind bis zu 120 Ixodes ricinus Zecken pro Quadratmeter Waldboden gefunden worden. Der Holzbock kommt hauptsächlich in Wäldern und Waldrandbereichen vor. In größere Stadtgärten ist der Holzbock z.T. massenhaft eingeschleppt worden. Die erwachsenen Zecken sind häufig auf der Spitze von Grashalmen - auf ihre Opfer wartend - anzutreffen. Je nach Luftfeuchtigkeit wandern diese Zecken bis in eine Höhe von 1 Meter vom Bodengrund. Ixodes ricinus ist sehr auf eine hohe Luftfeuchte angewiesen, daher findet man diese Zeckenart eher an feucht-warmen Wintertagen, als an trocken-heißen Tagen im Hochsommer. Wird ein erwachsenes Holzbockweibchen vom Hund oder Menschen von einem Grashalm abgestreift, so wandert dieses meist mehrere Stunden auf dem Opfer herum, um eine geeignete Stichstelle zu finden. Ist diese Stelle gefunden, so saugt die Zecke über ca. sieben Tage Blut.“
Da ich nicht nach jedem Gartenbesuch meine Hunde absuche, hatte Monja im letzten Jahr 2 Mal diese Plagegeister an sich festgesaugt. Nun kämme ich sie auch nach längerem Aufenthalt im Garten durch.
 
 Aus der Geschichte lernen! Nach Spaziergängen den Hund auf Verletzungen und Parasiten untersuchen! Die beste Prophylaxe!
 
Mein Fazit: Wie immer gibt es die besten Tipps in historischen Texten! Schon bei Gaston Phoebus (14. Jhr.) werden die Jagdhunde nach der Jagd abgerubbelt und zwischen Zehen und im Fell nach Verletzungen und Ungeziefer abgesucht. Mit natürlichen Abwehrmitteln, die die Zecken im besten Fall abschrecken, so dass sie sich fallen lassen, aber mindestens länger auf dem Fell rumlaufen lassen und so vor dem Festsaugen entfernt werden können, kommen die Hunde und so auch ich gut durch Zeckenjahr!